Schlagwort: Chemie

Branchenvergleich: Digital Process Index

Branchenvergleich Reserach Branchenatlas Digitale Transformation

Tolle Ansätze, schwache Performance
zum Stand der digitalen Transformation in der Chemie- und Pharmaindustrie

Es klingt hart, aber es ist so: Die digitale Transformation in der Chemie- und Pharmaindustrie hat noch starken Nachholbedarf. In keiner anderen Branche gibt es zugleich so interessante Ansätze für digitale Innovationen, bei denen sich die Pharmakonzerne strategisch gezielt jenseits der reinen Medikamentenentwicklung positionieren und zugleich einen Rückstand in der Digitalisierung ihrer Unternehmensprozesse und Dokumente haben. Digital unterstützte Verfahren, wie zum Beispiel die Überwachung von Risikopatienten durch ein Pflaster mit integriertem Chip, der die Medikamenteneinnahme misst, sollen bis 2020 ein weltweites Marktvolumen von über 200 Milliarden Dollar erreichen. Der Markt boomt. Ein Branchenvergleich der d.velop Gruppe zur Digitalisierung.

Abgeschlagen im Branchenvergleich

Doch leider sind solche Geschäftsmodelle zurzeit weitestgehend die Ausnahme. Im Branchenvergleich der d.velop Gruppe liegt die Chemie- und Pharmaindustrie in der Digitalisierung ihrer Unternehmensprozesse und Dokumentenarchivierung eher auf den Abstiegsplätzen. Zwar fokussieren sich die Branchen auf eine Digitalisierung ihrer Wertschöpfungsketten im Hinblick auf Produkte, Dienstleistungen und Kundenintegration und schaffen somit eine solide Basis für die digitale Transformation, doch dies passiert in einem zu langsamen Tempo.

Quelle: d.velop

Branchenvergleich – Digital Process Index (DPI) Quelle: d.velop

Laut der Untersuchung des digital intelligence institute (dii) im Auftrag der d.velop Gruppe zählt zu den Kernproblemen dieser Branchen, dass sie eher eine abwartende Haltung gegenüber der digitalen Transformationen einnehmen. Gerade einmal jedes fünfte Unternehmen plant eine strategische Digitalisierung seiner Prozesse, die größte Gruppe der Befragten weist der Prozessdigitalisierung nur eine Relevanz für die Zukunft zu. Weitere Probleme der digitalen Transformation in den beiden Branchen verbergen sich in den fehlenden Zuständigkeiten für die Entwicklung und Steuerung einer Digitalisierungsstrategie in den Unternehmen sowie in den noch sehr papierlastigen Geschäfts- und Produktionsprozessen, die mit 40 % bei über der Hälfte der Unternehmen ausgeprägt sind. Ein ähnliches Bild zeigt sich in den Medienbrüchen bei den relevanten Prozessen – warum wird noch gedruckt, wenn ein Teil der Abläufe bereits digital läuft?

Digitalisierung als Erfolgsformel

„Es ist inzwischen unbestritten, dass sich in der Digitalisierung eine Erfolgsformel für das Wachstum und die Rentabilität von Unternehmen verbirgt. Insofern besteht ein erheblicher Handlungsbedarf, um die Konkurrenzfähigkeit im Markt zu sichern“, fasst Mario Dönnebrink, Vorstand Vertrieb und Marketing der d.velop AG, die Ergebnisse der Studie zusammen.
Etwas besser sieht es übrigens bei den Investitionsplanungen der Unternehmen zur digitalen Transformation aus. Zu hoffen ist, dass die zusätzlichen Budgets zumindest teilweise den Vorbereitungen der Industrie 4.0 zugutekommen. Wer sich jetzt als Unternehmen im digitalen Wandel neu aufstellt, kann sich gegen seine Mitbewerber behaupten und verliert nicht den digitalen Anschluss. Zu den zentralen Aufgaben zählt hier vor allem, die papierlastigen Prozesse zu identifizieren, um die eigene digitale Performance zu steigern. Nur so können die Unternehmen beim fortschreitenden Wettbewerb weltweit mithalten.
Wie Sie das schaffen, und wo genau die Chemie- und Pharmabranche noch Optimierungspotenzial besitzt, erfahren Sie in der vollständigen Studie, die Sie kostenfrei herunterladen können: www.d-velop.de/digitalisierungsstudie
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Die richtige Business IT für die Chemie-, Pharma- und Nahrungsmittelindustrie

Business IT für Chemie, Pharma, Nahrung

Die Wettbewerbsfähigkeit der mittelständischen chemischen und pharmazeutischen Unternehmen in Deutschland, Österreich und Schweiz haben sich in den letzten Jahren verschlechtert. Zu diesem alarmierenden Schluss kommen zwei aktuelle Studien zur Wettbewerbsfähigkeit des Chemiestandortes Deutschland von Oxford Economics [PDF] und dem Beratungshaus Dr. Wieselhuber und Partner [PDF].
Während Infrastruktur und Bildung als positive Faktoren für den Standort gesehen werden, bewerten die Unternehmen die Verfügbarkeit der Rohstoffe, die hohen Personal- und Energiekosten und die regulatorischen Anforderungen sehr kritisch. Dies umso mehr, als dass sich die Prozessindustrie ganz allgemein im internationalen Wettbewerb befindet. Gerade China, das sowohl als zukünftiger Absatzmarkt als auch als Konkurrent in der Herstellung und im Rohstoffverbrauch zunehmend wichtiger wird, fordert auch mittelständische Unternehmen heraus. Mittelständische Unternehmen aus Pharmazie und Feinchemie orientieren sich am Erhalt der heimischen Standorte und auch am Erhalt des angestammten Geschäftsmodelles. Dafür haben Sie in der Vergangenheit bereits in bessere Verfahrenstechnik, umweltschonendere Produktionen und eine höhere Automatisierung investiert. Hier besteht oft nur noch wenig Optimierungspotenzial.
In Zukunft müssen sich daher mittelständische Unternehmen der Optimierung der Geschäftsprozesse auf allen Ebenen beschäftigen: Das gilt für flexiblere Verwaltungsprozesse, eine digitalisierte Produktion und die stärkere Vernetzung mit Lieferanten, Partnern und Kunden. Sind diese Arbeiten erledigt, so wird man auch bereit sein für neue Geschäftsmodelle. Dies lässt sich anhand einer Studie der Commerzbank [PDF] ableiten.

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Nutzen aktueller digitaler Entwicklungen [Klick für Vergrößerung]

Bei all den Herausforderungen werden aber den Unternehmen der Feinchemie auch große Chancen eingeräumt. Viele Produkte werden in Zukunft noch mehr Chemie benötigen. Das birgt vor allem im Verbund mit innovativen Industrienetzwerken Chancen für Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Für diese Herausforderungen sind eine Digitalisierung der Geschäftsprozesse und eine durchgängige Informationslogistik in Zukunft entscheidend. Kollaborationswerkzeuge und Workflowengines erleichtern die Verwaltungsprozesse. Smart Devices und das Internet der Dinge mindert Verschwendung in der Produktion. Intelligent vernetzte Datenbanken ermöglichen es, die Absichten der Kunden besser und früher zu verstehen. Für die Kombination aller Optimierungsbereiche in der Wertschöpfungskette benötigen die Unternehmen vor allem ein starkes durchgängiges Transaktionsgerüst; sprich: ein umfassendes ERP-System. Ohne die Vernetzung des Waren- und Wertestroms und der Kundenanforderungen lassen sich in den stürmischen Zeiten keine sicheren Weichenstellungen mehr treffen.
ERP-Systeme sind daher eine Kernanwendung in allen Unternehmen, die ein Minimum an Komplexität besitzen. Der Anteil der mittelständischen Unternehmen ab 50 Mitarbeiter, die mindestens drei der typischen ERP-Bereiche in einem System vernetzt haben – also Warenwirtschaft, Lager, Produktion, Rezeptur, Qualität und Finanzbuchhaltung – liegt bei über 90%.
Gerade weil ERP-Systeme zentral für die heutigen wie zukünftigen Geschäftsprozesse sind, muss bei der Auswahl einer neuen Software genau darauf geachtet werden, dass das System den rasanten Wandel auf allen Ebenen der Unternehmen unterstützen kann. Dazu gehören im Wesentlichen die vier Grundeigenschaften: Kollaboration, Anpassungsfähigkeit, Vernetzbarkeit, Cloudfähigkeit.

Auf einen Punkt heruntergebrochen: Die Software soll, wie Gartner es fordert, Flexibilität befördern anstatt sie zu verhindern.
Im Folgenden wollen wir einige Aspekte dieser Herausforderungen der chemischen und pharmazeutischen Hersteller und Händler beleuchten und Ihren Einfluss auf die Unternehmens-IT benennen: Nur wenn die Branchenherausforderungen mithilfe der Systeme angepackt werden können, wird sich ein positiver Return on Investment aus einer Anschaffung erzielen lassen.

Zentrale Fragen der Prozess- und Life Sciences-Industrie

Gerade mittelständische Unternehmen sind durch ihre Besonderheiten und ihre Nischen gekennzeichnet. Damit sind auch immer individuelle Anforderungen verbunden, die kaum ein anderes Unternehmen in der gleichen Form hat. Es gibt aber auch globale Trends und Herausforderungen, die alle Unternehmen in der chargenführenden Industrie betreffen.

Compliance und Validierung

Jedes Unternehmen in der Branche kennt das: Es ist beinahe unmöglich, alle Regularien und Normen zu kennen und stets mit allen Standards konform zu handeln. Und selbst wenn internationale Verträge und Standards den Austausch der Zertifikate erleichtern, wird es für jeden eine Zunahme an zu erfüllenden Vorschriften geben. Die Kosten für Validierung und Audits sind erheblich. Die Kosten für Rückrufe und einen Reputationsverlust bei Nichterfüllung der Normen sind aber ein noch höheres Risiko.
Einfach gesagt: Es führt kein Weg daran vorbei. Schließlich können Pharmazeuten ohne Genehmigung der FDA nicht in die USA exportieren, Lebensmittelproduzenten nur mit IFS den LEH beliefern und chemische Betriebe benötigen Dokumente gemäß REACH und vieles mehr.

Eine Branche unter Margendruck

Früher erzielte man die sprichwörtlichen Apothekerpreise und die Margen waren bei manchen Unternehmen so gut, dass man sie im Einzelnen gar nicht mehr ausrechnete. Das hat sich dramatisch gewandelt. Schon eine ältere Studie der Commerzbank aus dem Jahre 2011 [online leider nicht erhältlich] belegt, dass gerade mittelständische Arzneimittelunternehmen deutlich an Ertragsreichtum eingebüßt haben. Es gibt aber auch erfreulichere Nachrichten: Hersteller von chemischen Betriebsstoffen und anderen Verarbeitungsprodukten konnten sich aus einem tieferen Margen-Tal Anfang des Jahrhunderts durch konsequente Prozessoptimierung und Produktinnovation wieder emporarbeiten. Dennoch bleibt für viele 10% EBITDA nur schwer zu erreichen. Es ist daher für alle Unternehmen zunehmend wichtig, genaue Deckungsbeiträge zu kennen, die Prozesskosten zu analysieren und den Margenertrag nach Kunden, Regionen, Artikel etc zu analysieren. Das wird durch die komplexer werdenden Liefer- und Wertschöpfungsketten eine zunehmend anspruchsvolle Aufgabe. Dies kann nur durch ein hohes Maß an Datenintegration in modernen Business-IT-Systemen gewährleistet werden. Die Standortfaktoren in Deutschland, Österreich und der Schweiz erschweren die Wettbewerbsfähigkeit durch steigende Energiekosten und demografischen Wandel zusätzlich.

Wachstum und Konsolidierung

In der chemischen und pharmazeutischen Industrie sehen wir einen Konzentrationsprozess. Größere Unternehmen sind produktiver und profitabler, zumindest solange sie die Agilität und Flexibilität beibehalten. Bestehende Geschäftsmodelle zu skalieren verlangt moderne Business-IT. Geschieht das Wachstum durch Zukauf und Zusammenschluss, müssen IT-Systeme ebenso konsolidiert werden. Geschieht es organisch werden Intercompany-Prozesse, andere Zeichensätze oder zusätzliche Regularien nötig, die das ERP-System unterstützen muss.
Wichtig ist es für Unternehmen zu entscheiden, ob sie eine zentrale IT-Strategie forcieren oder dezentral aufgestellt sein wollen. Beides hat Vor- und Nachteile. In jedem Fall, müssen aber die Datenintegrität und die Kollaboration unternehmensweit gewährleistet sein. Nur so erhalten Sie in der Auswertung eine sicher Datenbasis und Kennzahlen, die vergleichbar sind.

Standortfaktoren

Mitteleuropa bezieht viele Rohstoffe auf den internationalen Märkten und ist abhängig von Lieferwegen und politischen Rahmenbedingungen. Die Standortfaktoren in Deutschland, Österreich und der Schweiz erschweren die Wettbewerbsfähigkeit durch steigende Energiekosten und demografischen Wandel zusätzlich. Hinzu kommt ein dauerhaft zurückhaltender Binnenmarkt, der die Exportabhängigkeit der Unternehmen weiter verstärkt. Exportweltmeister zu sein ist auch eine große Herausforderung bei hohen Lohnnebenkosten, gesetzlichen Auflagen und zusätzlichen Steuern. Da sich viele Faktoren nur schwer beeinflussen lassen und es für mittelständische Unternehmen auch nur zum Teil möglich ist, in andere Länder auszuweichen, gibt es vor allem zwei Hauptaugenmerke, um die Margen zu sichern: Erstens müssen der Rohstoffmarkt und die Lieferanten genau beobachtet werden. Wo ergeben sich Möglichkeiten preiswerter einzukaufen, welcher Lieferant bietet günstige Konditionen? Zweitens können Produkt-Preise langfristig nur durch zusätzliche Services und ständige Innovation hoch gehalten werden. Das setzt eine genaue Kenntnis auch zukünftiger Kundenbedürfnisse und Absatzmärkte voraus. Beides lässt sich nur durch eine umfassende Datenbasis erkennen. Trends werden sichtbar und Risiken können minimiert werden, wenn die eigene Lage und die unternehmerischen Ziele bekannt sind.

Verantwortung

Egal ob Unternehmen an Endverbraucher liefern oder in der Zulieferindustrie sich befinden. Für alle gilt: Unternehmen müssen heute Verantwortung für ihr Tun übernehmen, die Umwelt schonen und ethischen Ansprüchen genügen. Verbraucher sind sehr gut informiert und akzeptieren keine negativen Beeinträchtigungen von Menschen, Tier und Umwelt. Das definiert sich für die Unternehmen als Corporate Social Responsibility, als integriertes Managementsystem und in Emissionsberichten. Hier hat sich viel getan. Das hohe Maß an Arbeits- und Prozesssicherheit aber auch an sozialer Verantwortung ist bei vielen Unternehmen beispielhaft und äußert sich dort in einer hohen Arbeitgeberreputation. Nur mit der geeigneten Business IT, die neben den Transaktionen auch Prozesse und unstrukturierte Abläufe verwaltet, lassen sich diese Anstrengungen ohne hohe Folgekosten dauerhaft bewältigen.

Die digitale Transformation und das Internet der Dinge

In moderner Beratersprache wird derzeit gerne von Disruption gesprochen. Gemeint ist, dass durch neue Technologien, Services und Herangehensweisen traditionelle Produkte durch neue substituiert werden und manche Märkte völlig wegbrechen und ganz neue entstehen. Wir alle sehen, wie sich der Zeitschriften- und Musikmarkt durch die Digitalisierung der Medien vollständig gewandelt hat. Telefone im herkömmlichen Sinn, mit denen Nummern gewählt werden, sterben langsam aus. Kommunikation findet heute anders statt.
In der gleichen Weise erleben wir einen Wandel der bisherigen Wertschöpfungskette. Sie wird zu einem Wertschöpfungsnetzwerk, deren Ablauf nicht mehr linearen deterministischen Prozessdesigns folgen, sondern ganz neuen Steuerungstechniken. Wer sich in Zukunft im Markt behaupten will, wird ohne die Verzahnung der virtuellen IT-Welt mit der realen Produktionswelt nicht vorankommen.

Es geht also um die tiefgreifende Verschmelzung der virtuellen Welt der IT mit der realen Welt der Produktion. (Prof. Dr. Reinhard Langmann, Schritt für Schritt, Bedeutung der IT für die Produktion, in: Unternehmermagazin 3 / 4 2015, S. 32)

Aus offenen cloudbasierten Datenquellen müssen Planungsdaten für die Steuerung der Produktion abgeleitet und aus Echtzeitdaten relevante Ereignisse weitergeleitet werden. 50 Milliarden vernetzte Objekte soll es schon in naher Zukunft geben und in Cyber-Physical-Systemen werden Maschinen mit Maschinen kommunizieren und eine enorme Datenflut erzeugen. Nur sehr leistungsstarke und anpassungsfähige Business IT wird sich hier in Zukunft gut einfügen und die Prozessfähigkeit gewährleisten. Ob es sich um Predictive Maintenance, Steuerung von Konsignationslagern oder Losgröße 1 in der Produktion handelt. Überall geht es darum Effizienz zu steigern, lieferfähig zu bleiben und Kosten zu minimieren. Basis dafür sind die Vernetzung von Daten und intelligente Übergabepunkte unterschiedlicher Informations- und Wissensräume. Denn die Aufgaben einer SPS werden sich weiterhin von denen der EDI-Systeme unterscheiden. Aber die Auftragsdaten im EDI-Dokument können schon heute automatisch auf Plausibilität und Vertragskonformität geprüft werden und dann einen Kommissionierroboter direkt aktivieren, der wiederum den Lieferavis im EDI auslöst.

Wie IT Sie in Zukunft unterstützen kann

Diesen allgemeinen Treibern der Prozessindustrie werden in der IT vier wichtige Parameter gegenübergestellt: IT soll die Kollaboration und den sozialen Austausch befördern. IT soll große Datenmengen verarbeiten können und transparent darstellen können. IT soll einfach und überall verfügbar sein und sich beliebiger Dienste und Services bedienen. Die Formel heißt: Social, Big Data, Mobile und Cloud. Wobei laut Microsoft gilt: „Cloud first, mobile first“.
Mobilität und Cloud Computing sind freilich kein Selbstzweck. Mittelständische Unternehmen müssen sich klar werden, welche Prozesse durch die digitale Transformation in Zukunft mobil abgearbeitet werden können, wie Cloud-Services die Verknüpfung von Daten und den Zugriff auf Informationen erleichtern. Die bereits erwähnte Studie der Commerzbank (vgl. auch Industrie 4.0, Upgrade des Industriestandorts Deutschland steht bevor, Deutsche Bank, Mai 2014) zeigt auf, dass die Unternehmen den größten Einfluss auf die Produktivität der Supply Chain Efficiency und dem Kundenverständnis zuweisen.

Ich habe eine Vielzahl von Aufträgen, die keineswegs gleichmäßig eintreffen – mal kommen viele von Sorte A, mal viele der Sorte B, mal kommt alles durcheinander, mal hab ich eine Pause in der Auftragslage, die mehr oder weniger spontan eintreten kann. Auf all dies habe ich keinen direkten Einfluss, weil es meine Kunden so bestimmen. Wenn es mir gelingt, meine Kundenaufträge innerhalb kurzer Zeit so auszuwerten, dass ich effizienteste Produktabfolgen erhalte, so ließen sich die Anlagen optimal nutzen und die eigenen Lieferzeiten verkürzen. Das ist für mich ein Schlüsselbereich für Industrie 4.0 in der chemischen Industrie. (Dr. Damrath, DWK, Chemiewerk Bad Köstritz, in: Industrie 4.0 –Volkswirtschaftliches Potenzial für Deutschland, Studie vorgelegt von Bitkom und Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, Berlin, April 2014, S. 34)

Zentrale Fragen, die Sie einem potentiellen Softwarelieferanten stellen sollten

In der Vergangenheit wurde sehr oft Software mittels umfangreicher Lastenhefte evaluiert, die oftmals eine Maximalforderung darstellten, weil jeder Fachbereich nicht zu kurz kommen wollte, und jede Ausnahme einbezog. Das Ergebnis waren überbordende Projekte und ungenutzte Funktionen.
Was die meisten Unternehmen unterschätzen ist, wie stark sich Prozesse im Lauf der Zeit wandeln. Deshalb ist heutzutage die wichtigste Frage:

Wie gut kann sich das System an neue Prozesse und Gegebenheiten anpassen?

Sowohl veränderte Marktanforderungen als auch die eigene Lernkurve im Umgang mit einem System führen zu weitreichenden Änderungswünschen an die Business IT. Wenn Anpassungen dann sehr umständlich und teuer sind, bremst es die Entwicklung des Unternehmens.

Wie ist die Akzeptanz bei den Usern?

Alle Unternehmen haben in Bezug auf die IT-Infrastruktur eine doppelte Herausforderung: Zum einen sollen ältere erfahrene Mitarbeiter gerne und einfach mit einem neuen System arbeiten, damit die Produktivität nicht leidet. Zum anderen erwarten die jüngeren Mitarbeiter moderne Systeme, die geräteunabhängig funktionieren, mit guten Suchfunktionen ausgestattet sind und hoch integriert sind.
Achten Sie also bei der Auswahl darauf, wie sehr die Business IT sich in der Oberfläche an bekannte Standards hält und wie gut sich rollenspezifische Benutzeroberflächen erzeugen lassen, die alle notwendigen Informationen an einem Ort versammeln.

Unterstützt das System mein weiteres Wachstum?

Neue Chancen ergreifen, neue Märkte erobern oder auch Marktbegleiter übernehmen. Wenn Sie wachsen, müssen Sie nicht nur die Geschäftsprozesse anpassen, sondern auch andere Länder integrieren, Zugriffsrechte verwalten, mehr Transaktionen bewältigen und viele Sprachen unterstützen. Proprietäre Lösungen bilden zwar viele der Anforderungen im Standard ab, sind aber nicht in der Lage, über die branchenspezifischen oder gar individuelle Anforderungen hinaus diese in übergreifende Geschäftsprozesse zu integrieren. Selbst die besten ERP-Systeme beinhalten im Standard zwar eine große Anzahl an technischen Features, wenn es aber um die passgenaue Verzahnung mit den Geschäftsprozessen geht – und darin liegt eine wesentliche Chance für die Prozessindustrie der Zukunft -, erweisen sich bloße Funktionalitäten in aller Regel als nicht hinreichend. Und genau an dieser Stelle wird eine holistische Business IT, die über Branchen- und Prozess-know-how verfügt, zum Maß der Dinge.

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Buchempfehlung: REACH Compliance

Wie die Business IT mit der industriellen Evolution mithalten kann │ Business IT Blog

REACH Compliance – The Great Challenge for Globally Acting Enterprises, First Edition.

REACH ist nach wie vor eines der wichtigsten Schlagwörter für die Compliance von Chemieunternehmen. Die Notwendigkeit des Austausches von Anmeldezertifikaten und Sicherheitsdatenblättern bleibt gerade unter den Bedingungen des außereuropäischen Handels weiterhin eine Herausforderung. Dr. Susanne Kamptmann legte ein für die Praxis geschriebenes Handbuch vor, das sowohl für den Einsteiger als auch den erfahrenen REACH-Experten alles Wesentliche in 14 Kapitel zusammenfasst. Kamptmann ist selbst REACH-Managerin bei CABB in der Schweiz und hat Erfahrung mit den Herausforderungen des internationalen Handels. Das Unternehmen verfügt über Produktionsstätten in der EU, in der Schweiz und in Asien.

Susanne Kamptmann , REACH Compliance – The Great Challenge for Globally Acting Enterprises, First Edition, Dezember 2013, Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA.

REACH Compliance89,90 Euro
304 Seiten, Hardcover – Praktikerbuch
ISBN 978-3-527-33316-5

 

 

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Die vollständige Integration von Gefahrstoffsystemen, Sicherheitsdatenblättern und der REACH-Dokumentation ist ein wichtiger Bestandteil der ERP-Chemie-Branchenlösung von YAVEON. YAVEON arbeitet hier mit allen gängigen Anbietern wie PES (Epos), Atrion, Dr-Soft (Chemges) oder Selerant (Hazex) zusammen.

Die Lösungen der YAVEON AG

VUCA und die Supply Chain in der Chemie

Wie die Business IT mit der industriellen Evolution mithalten kann │ Business IT Blog

Wie die Business IT mit der industriellen Evolution mithalten kann

VUCA steht für Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität. Damit wird in den letzten Jahren in der Management-Literatur auf die grundsätzliche Schwierigkeit hingewiesen, in der heutigen Zeit fundierte und sichere Voraussagen zu treffen und Planungen vorausschauend durchzuführen. Kaum lässt sich der Trend der Rohstoffpreise vorhersagen. Schnell wirken internationale politische Krisen direkt auf die Absatzmärkte. Und kaum einer kann die Compliance gegenüber allen Regularien in allen Ländern überblicken.

Das aber diese Unsicherheit nicht zur Handlungsunfähigkeit führen darf, genauso wenig wie Aktionismus ohne Rücksicht auf Verluste angebracht ist, ist ebenso klar. Auch unter VUCA-Bedingungen gilt es genau auf Kennzahlen und handlungsleitende Ereignisse zu achten. Entscheidend ist es, die Reaktionsgeschwindigkeit zu erhöhen, um zu schlanken, auftragsbezogenen Produktionsweisen und zu selbstoptimierenden Regelkreisen zu kommen.

Das VUCA Konzept wurde von der US Army entwickelt, um auf die veränderte Sicherheitslage in den letzten zwanzig Jahren zu reagieren. Das Ziel ist es, die Offiziere auszubilden, um Leadership und Strategie in einer volatilen, unsicheren, komplexen und ambiguen Welt auszufüllen. Das Konzept hat sich dort sehr gut bewährt und wird daher gerne auf die Wirtschaftswelt übertragen.

Im Kern geht es darum, Unternehmensführung und operative Prozesse agiler und dynamischer zu gestalten und sich mehr von den tatsächlichen Veränderungen leiten zu lassen. Das wird dann oft als Pullprinzip bezeichnet. Die Automobil- und Möbelindustrie haben sich schon sehr weit in dieser Richtung entwickelt. Auf diese Weise lassen sich z.B. Bestandsüberhänge im Lager reduzieren oder Geschäftsmodelle an neuen Gegebenheiten ausrichten. (Modulare Fabrik.)

Die kürzlich veröffentliche Studie zu Industrie 4.0 in der Prozessindustrie, die die Hans Böckler Stiftung im Auftrag des VDI durchgeführt hat, kommt zu dem Ergebnis, dass in der Chemieindustrie in den nächsten Jahren zwar keine technologische Revolution ausgelöst wird, wie es zum Teil in der diskreten Fertigung erwartet wird, vielmehr werden aber umfassende „inkrementelle Prozessverbesserungen erwartet, die dort unter den Stichworten „Intelligente Fabrik“ sowie „Optimierung, Flexibilisierung, Modularisierung oder Digitalisierung der Produktion“ diskutiert werden. „In der Chemischen Industrie geht es vor allem darum, die Prozesse von der Bestellung und Lieferung der Rohstoffe über die Fertigstellung und Auslieferung kontinuierlich und möglichst störungsfrei durchzuführen.“ Produktionsanlagen sollen zudem bei wechselnden Kundenaufträgen und Mengen optimal genutzt werden. Ein Beispiel hierfür ist die „modulare Fabrik“ von Hemmelrath, die unter anderem eine 300% höhere Produktivität verspricht. (Vortrag Ralf Hohmann, Direktor Hemmelrath Technologies GmbH).

Neben der Weiterentwicklung von Automatisierungssoftware benötigen diese Konzepte auch eine durchgängige IT-Unterstützung der Geschäftsprozesse in der Supply Chain und der Managementprozesse. Nur so können überhaupt die betriebswirtschaftlichen Effekte voll gehoben werden. Gerade bei den Managementprozessen geht es darum die Auswirkungen der Veränderungen für die eigene Lage zu erkennen. Es muss also Möglichkeiten geben die relevanten Informationen sowohl von Kennzahlen der Supply Chain als auch aus unstrukturierten Dateien nutzbar zu machen. Hierfür gibt es geeignete Werkzeuge, die einerseits Informationen und Dokumente prozessbezogen managen und andererseits Analysen für Veränderungen und Trends zulassen. Desweiteren führt eine Modularisierung von Prozessen zu Schnittstellen und mehr Arbeitsteilung. Hierfür geeignete Workflows zu schaffen, die die Gesamtprozesse medienbruchfrei und sicher gestalten und zugleich flexibel anpassbar machen, sind eine weitere Herausforderung an die Business IT im Einklang mit den neuen industriellen Prozessen.

Mit einer solchen durchgängig vernetzten Unterstützung der Geschäftsprozesse und einer dementsprechend automatisierten Reaktionsmöglichkeit lassen sich Risiken, auch wenn diese nicht alle im Vorhinein beschreibbar sind, beherrschen und Chancen, die sich neu auftun, nutzen.